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Energieeffizienz bei Maschinen und Gebäuden Energiesparen im Betrieb: Diese Förderung gibt’s vom Bund

Viele Betriebe verschenken Zuschüsse, wenn sie Energieeffizienzmaßnahmen in der eigenen Firma umsetzen. Meist wissen sie nicht von den Fördermitteln. Dabei gibt es seit 2016 zusätzliche Unterstützung durch neue bundesweite Programme.

Ob neue Maschinen, die weniger Energie verbrauchen als ihre Vorgänger, eine Rückgewinnung von Energie oder auch eine effiziente Wärmedämmung – viele Handwerksbetriebe haben ein großes Energieeinsparpotenzial, einige investieren in entsprechende Maßnahmen, aber kaum einer nutzt dabei eine staatliche Förderung. Damit tun sie es den deutschen Unternehmen insgesamt gleich, denn die meisten verschenken nach Ansicht des TÜV Nord Fördergelder und Zuschüsse zu Energieeffizienzmaßnahmen im eigenen Betrieb. Die TÜV Nord Akademie hat dazu Erfahrungsberichte veröffentlicht.

Energiesparen: Neue Förderprogramme für Betriebe

Strom, Wärme oder CO2 sparen – wer eines dieser Ziele verfolgt und dafür in entsprechende Betriebstechnik oder bauliche Änderungen investiert, könnte das eigentlich viel günstiger haben, denn Kosten dafür sind gerade für manch eine kleine Firma abschreckend. So setzen laut TÜV Nord gerade einmal 15 Prozent der deutschen Unternehmen Energieeffizienzmaßnahmen auch wirklich um. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass vielen nicht bewusst ist, dass sie einen Anspruch auf Zuschüsse haben.

Je nach Maßnahme und Förderprogramm sei ein Zuschuss von 20 bis 80 Prozent möglich. Neben verschiedenen Fördermitteln auf Landesebene gibt auch der Bund finanzielle Unterstützung, wenn man als Unternehmen in Energieeinsparmaßnahmen investiert. Dabei kommen die Fördermittel entweder direkt vom Bundeswirtschaftsministerium, von der KfW oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Verpasst haben die Unternehmer dabei wohl auch, dass einige Förderprogramme für Energieeffizienzmaßnahmen im vergangenen Jahr neu aufgelegt oder erweitert wurden. Laut TÜV sollen bis 2023 weitere hinzukommen.

Zuschüsse: Was bei der Antragstellung zu beachten ist

Wer nun plant, die Energieeffizienz im eigenen Betrieb zu erhöhen und dafür einen staatliche Zuschuss zu nutzen, sollte zum einen darauf achten, dass er die Fördermittel auf jeden Fall vor der Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahme beantragt und diese mit einem Energieberater durchspricht. Dieser erstellt in der Regel ein sogenanntes Energieeffizienzkonzept, das dann die Basis für die Antragstellung ist.

Eine weitere Voraussetzung für die Förderung ist zudem häufig, dass die Maßnahme den Energieverbrauch um mindestens 25 Prozent senkt. In der Praxis gibt es laut TÜV Nord aber auch oft Fälle, bei denen Werte von 50 Prozent und mehr erreicht werden.

Energieeffizienz: Diese Förderung gibt’s vom Bund

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert seit 1. August 2016 den Ersatz von Heizungspumpen und Warmwasserzirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen sowie der hydraulische Abgleich am Heizsystem. Die Förderung beträgt 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten – höchstens jedoch 25.000 Euro pro Standort. Infos zu dieser Förderung gibt es unter bafa.de.>>>

 Die KfW-Förderbank hat gleich drei Programme parat, die Unternehmen finanziell unterstützen, die in eine gesteigerte Energieeffizienz investieren. Dabei geht es sowohl um die Energieeinsparung in Gebäuden und bei der Produktion als auch um die gezielte Nutzung von Abwärme aus der Produktion zur Energieeinsparung. Dabei geht es jeweils um Förderkredite mit einem effektiven Jahreszins von einem Prozent. Wer Energiesparmaßnahmen im Betrieb einsetzt oder die Abwärme von Maschinen nutzen möchte und dazu entsprechende Technik installiert, kann eine Kreditsumme von bis zu 25 Millionen Euro Kredit inklusive Tilgungszuschuss bekommen. Informationen gibt es hier unter kfw.de.>>>

Die Energieeffizienz des eigenen Firmengebäudes zu erhöhen, ist ein Ansatz, den auch das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt und finanziell fördert – einerseits im Rahmen des sogenannten gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans, andererseits mit dem "Wettbewerb STEP up! – Mehr Stromeffizienz in Unternehmen". Wer für sein Unternehmen einen Sanierungsfahrplan von einem Energieberater erstellen lässt, kann dafür seit 1. Juli eine Förderung erhalten. Mehr dazu lesen Sie unter bmwi.de .>>>

Der "Wettbewerb STEP up! – Mehr Stromeffizienz in Unternehmen" des BMWi geht noch über den Gebäudebereich hinaus und betrifft jegliche Maßnahmen, die das Einsparen von Strom in Betrieben betreffen. Es handelt sich dabei um ein wettbewerbliches Förderprogramm. Konkret bedeutet dies, dass die Förderentscheidung sich an einem Kosten-Nutzen-Wert orientiert. "Je höher die Stromeinsparung im Vergleich zur Fördersumme ist, desto besser sind Ihre Chancen im Wettbewerb um die Fördermittel", beschreibt dies das BMWi.

Wichtige Voraussetzung: Die Investitionskosten der Maßnahme dürfen frühestens nach drei Jahren durch die eingesparten Stromkosten, die ohne Förderung entstanden wären, kompensiert werden. Es gilt eine maximale Förderquote von 30 Prozent  der Investitionsmehrkosten und eventueller Nebenkosten. Die beantragte Fördersumme für ein Einzelprojekt liegt zwischen 20.000 und 250.000 Euro für Kleinprojekte und 250.000 und 1.500.000 Euro für Großprojekte. Infos zu STEP up! gibt es hier.>>>

jtw

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