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Glückstour des Schornsteinfegerhandwerks Glücksbringer radeln für krebskranke Kinder

Eine Rekordsumme von rund 190.000 Euro haben die radelnden Kaminkehrer der „Glückstour 2017“ zugunsten krebskranker Kinder gesammelt. Dafür ging es über 1000 km von Freilassing nach Frankfurt.

Hände, die Zylinder schwingen, rußgeschwärzte Gesichter, „Glück“ weit und breit: Eine Rekordsumme von rund 190.000 Euro haben die radelnden Kaminkehrer der „Glückstour 2017“ zugunsten krebskranker Kinder gesammelt. Kein Wunder also, dass sie von ihren Schornsteinfegerkollegen mit begeistertem Applaus begrüßt wurden, als sie am 28. Juni im Zielort Frankfurt eintrafen.

1.000 km: Von Freilassing nach Frankfurt

„Mittlerweile ist die Glückstour Deutschlands größte private Hilfsaktion“, sagt Ralf Heibrok stolz über die Radtour des Schornsteinfegerhandwerks, die in diesem Jahr zum zwölften Mal stattfand. Der Schornsteinfegermeister aus Schloß Holte-Stukenbrock ist einer der Organisatoren der Tour, die 2006 ins Leben gerufen wurde. Weil die erste ein überragender Erfolg war, wurde Jahr für Jahr weiter geradelt: „Mittlerweile sind insgesamt 1,8 Millionen Euro an Spendengeldern zusammengekommen“, weiß Heibrok.

Die mehr als 30 Teilnehmer der Glückstour hatten das Ziel, so viele Spenden wie möglich zugunsten krebskranker Kinder zusammenzutragen. Dafür steuerten sie in sechs Tagen ortsansässige Firmen, Innungen und Kollegen an. Von der Auftaktveranstaltung in Freilassing ging es über Nürnberg und Aschaffenburg bis nach Frankfurt – insgesamt fuhren die Kaminkehrer über 1.000 km.

"Manchmal gibt es Eltern, die vor Freude weinen"

Dabei nahmen die Radler erneut Wind, Wetter, Stock und Stein auf sich. Während ihrer Fahrt sammelten sie nicht nur Spenden, sondern überreichten diese auch an Institutionen, Vereine und Kliniken, die im Bereich der Krebsforschung tätig sind oder krebskranke Kinder und deren Familien unterstützen. „Die Spenden werden direkt und ohne Abzug übergegeben“, erklärt Heibrok, „Die Reaktionen sind dabei immer sehr unterschiedlich. Manchmal gibt es Eltern, die vor Freude weinen, weil sie mit einer so hohen Spende nicht gerechnet haben.“

Dieses Jahr übergaben die Radler Spenden von jeweils 5.000 Euro an 26 Institutionen. Eine davon war die Kinderkrebshilfe Berchtesgadener Land und Traunstein. Vorsitzende Rosmarie Baumgartner war darüber bewegt: „Dass sich die Kaminkehrer für krebskranke Kinder abstrampeln, ist eine Wahnsinnstat.“ Auch Thomas Janik von der Sonneninsel GmbH, einem Nachsorgezentrum für ehemals schwer erkrankte Kinder in Österreich, findet die Aktion großartig: „ Ohne solche und andere Spenden würde es uns nicht geben.“

"Ein Handwerk zeigt, dass es zusammenhält"

Um diese und andere Vereine weiter zu unterstützen, stecken die Mitradler jedes Jahr viel Arbeit und Emotionen in die Vorbereitungen zur Tour. So legen die Teilnehmer nicht nur die langen Strecken auf dem Rad zurück, sie spenden zusätzlich 500 Euro Startgeld und übernehmen auch die Kosten für Verpflegung, Hotel und das Benzin der Begleitfahrzeuge. Michaela Waldecker, Vertriebsleiterin der Firma Raab und Mitfahrerin, freut sich über diesen Einsatz: „Jeder hilft mit. Wir sind eine tolle Mannschaft.“ Dem kann Heibrok nur zustimmen: „Das Glück liegt nicht im Nehmen sondern im Geben. Ein Handwerk zeigt, dass es zusammenhält.“

Aber nicht nur die Teilnehmer geben alles: Viele Partner, Betriebe und Freiwillige haben vor und während der Glückstour gespendet – auch in Form von kostenloser Verpflegung oder kleineren Festen an den Etappenzielen. Die Auftaktveranstaltung in Freilassing mit Kappellenmusik und bayrischem Trachtentanz organisierte beispielsweise ein Kollege aus dem Schornsteinfegerhandwerk.Dafür hatte Thaddäus Mußner, im Ort auch als „Ruaß“ bekannt, Bewohner, Vereine und Unternehmen fleißig zur Mithilfe bewegt. Am meisten aber freute er sich über das Engagement der Klassen 1e und 3e der Grundschule Freilassing: „Die Schulkinder haben extra einen Osterbasar organisiert, um Geld zu sammeln. Wenn Kindern krebskranken Kindern helfen: Das ist klasse.“

Rekordsumme von rund 190.000 Euro

Auf dem Frankfurter Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks überreichte Organisator Heibrok den Spendenbetrag von 190.000 Euro schließlich an Hans Schreiber vom Verein „Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“. Dank des Geldes können nun weitere Projekte gefördert werden, die erkrankten Kindern neuen Lebensmut schenken. In der Vergangenheit wurde mit den Spendensummen bereits zur Entdeckung zweier neuer Immuntoxine gegen Leukämie beigetragen. Weil es das aber nicht gewesen sein soll, steigen die Kaminkehrer auch 2018 aufs Rad.

Bitte helfen Sie mit

Ob als Mitfahrer 2018, Mitglied im Verein oder in Form einer kleinen Spende. Spendenkonto: Kreissparkasse Wiedenbrück, Kontoname: Glückstour – Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern e.V., IBAN: DE57 4785 3520 0025 0167 34, BIC: WELADED1WDB. Weitere Infos gibt es unter www.glückstour.de.

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